Archiv für den Monat Februar 2013

Polizei & Polizeigewalt

Polizei und Polizeigewalt  

Es ist Zeit für eine zielgerichtete Untersuchung und öffentliche Debatte. Wie gehen wir mit dem Thema Polizeigewalt um und welche Maßnahmen können – auf verschiedenen Seiten – dazu beitragen, diese zu minimieren? 

Durch die Geschehnisse in München taucht dieses Thema auf der Agenda der Medien, der Blogger, ja, der Öffentlichkeit, auf. Das ist, auch wenn es natürlich schlimm ist, dieses Thema überhaupt diskutieren zu müssen, gut. Ohne Druck aus der Öffentlichkeit sehe ich keine Chance, dass sich in dieser Angelegenheit grundlegendes tut. Es handelt sich mitnichten nur um Einzelfälle, es handelt sich allerdings auch nicht um alle Polizisten. Wie überall gibt es solche und solche. 

Ich gehe das ganze Thema recht allgemein an, um kurz eigene Erfahrungen im Fußballbereich einfließen zu lassen. 

Ansatzpunkte für eine Verbesserung des Status Quo sehe ich auf mehreren Seiten. Vorrangig natürlich bei der Polizei selber. Hinzu kommen aber auch Staatsanwaltschaften und Gerichte sowie die Medien, die auch einen wichtigen Beitrag leisten können. 

An was denke ich da explizit?  

Die Polizei muss sowohl bei der Auswahl  ihrer Beamten, als auch bei der Ausbildung  dieser einiges ändern. Es muss ein großer Wert auf Themenfelder aus dem Bereich der Softskills gelegt werden. Kommunikation  und Deeskalation  sehe ich da als ganz wichtige Bereiche. Psychologisches Grundwissen ist unabdingbar. Menschen, die unbedingt eine Uniform und einen Schlagstock tragen wollen, dürfen nicht der Standard sein. 

Zudem muss sich der Geist des „sich-gegenseitig-deckens“ ändern. Zusammenhalt ist wichtig und es ist auch verständlich, dass man ungern Kollegen „hinhängt“, aber gerade bei einem Job, wie dem des Polizisten, ist es wichtig, dass Fehlverhalten  thematisiert und sanktioniert wird. Hier sind diejenigen Polizisten gefragt, die sich als Freund und Helfer sehen und für Recht eintreten. Interne Zivilcourage  quasi. 

Zu hinterfragen ist auch, warum bestimmte Einheiten (aus bestimmten Städten oder Bundesländern) einen deutlich schlechteren Ruf haben, als andere. 

Weitere Bausteine, die ich für unabdingbar halte, sind eine Kennzeichnungspflicht und vor allem eins: unabhängige externe Kontrollen der Polizeiarbeit! [1] 

Im Bereich Fußball  sollte auch das System der sogenannten SKB  (szene(un)kundige Beamte) überdacht werden. Nicht nur wird hier oft genug Recht gebeugt, sondern das Gefühl kommt auf, dass diese ihre Jobs sichern, indem sie auf viele selbstgeschriebene Anzeigen verweisen (dass das nicht der richtige Weg sein kann, sollte klar sein) 

Auch Gerichte und Staatsanwaltschaften  müssen umdenken. Polizisten sind auch nur Menschen. Sie sagen nicht deshalb wahrere Dinge vor Gericht (schon gar nicht, wenn es um sie selber, ihre Kollegen oder ihre Einsätze geht), als „normale“ Bürger. Dieses Zusammenspiel zwischen Polizist als Zeuge/Beschuldigtem/Kläger, der Staatsanwaltschaft und den Gerichten führt zu unmöglichen Urteilen(es ist schon komisch, wie selektiv zum Beispiel die Erinnerung vieler Polizisten vor Gericht ist, wenn es um lange zurückliegende Dinge geht und wie dies von Gerichten akzeptiert wird). 

 

Ich würde wetten, dass es durch diese Maßnahmen erstmal sogar zu MEHR Anzeigen gegen Polizisten kommen wird, so merkwürdig das klingen mag. Aber, wer schon einmal Anzeige wegen eines Einsatzes erstattet hat, kennt vielleicht die klassische Reaktion: Gegenanzeigen  (besonders beliebt sind dabei Widerstand, Beleidigung und Landfriedensbruch). Hat man Chancen auf faire Prozesse und Rechtsempfinden bei der Polizei, erhöht das die Chance, dass Mensch Anzeige erstattet. 

Diese Zeit sollte recht schnell überbrückt sein, wenn konsequent durchgegriffen wird und Maßnahmen greifen. 

Zuletzt finde ich, dass die Medien  eine wichtige Rolle spielen. Dies gilt sowohl speziell für die jetzt aufkommende Debatte, als auch für Berichte aller Art, die sich mit Fehlverhalten der Polizei oder Polizeieinsätzen an sich beschäftigen. 

Besonders augenfällig ist dies stets dann, wenn es bei Berichten um Gruppen geht, denen man leicht öffentlich und auflagenwirksam etwas ans Zeug flicken kann. Dazu gehöre z. B. ich als Fußballfan. 

Ich als Fußballfan durfte mir in den letzten Jahren immer wieder anhören, dass ich das „nicht dramatisieren“ solle und die „Polizei nur ihren Job“ macht, ergo: die Fans sind selber schuld durch ihr Verhalten, die Polizei ist die gute Seite der Macht. Schließlich prangten stets zu dieser Sicht passende Schlagzeilen und Fotos auf den Titelseiten der Zeitungen. Dass diese Berichte meist einfach unreflektiert abgeschriebene Polizeiberichte,  gewürzt mit populistischer Schlagzeile und dazu einem Bild (gerne Pyrotechnik, egal ob es einen Zusammenhang gibt oder nicht) waren, wen störts? Es steht ja geschrieben! 

Geistige Brandstifter, wie Wendt oder Friedrich (beide natürlich vollkommen seriös, unabhängig und neutraler, als die Schweiz) [2] durften ihren Populismus  verbreiten, die ZIS [3]half mit mutwilligen Statistikinterpretationen aus und die Medien? Die freuten sich über Quote und leichte Arbeit. Abtippen, nachwürzen, fertig. Demonstranten und Fußballfans in Dauerschleife als plündernde und brandschatzende Horden, billige Fertigkost für viele Redaktionen. Aber genug zu Fußball, dieses Thema werde ich separat aufarbeiten. 

Diese Berichterstattung muss sich ändern(teilweise tut sie dies bereits). Liebe Medienschaffende: Recherchiert, lasst beide Seiten zu Wort kommen, reflektiert Polizeiberichte, informiert die Leser / Zuschauer, statt nur die Polizeiseite wiederzugeben. 

Nur so kommen wir an einen Punkt, wo die Polizei wieder respektiert und als positiv angesehen wird, nur so kommen wir an einen Punkt, wo Mensch möglichst sicher vor ungeahndeten Übergriffen ist.

Es ist Zeit zu reden, es ist Zeit zu handeln! Jetzt! Konsequent! 

  [1] bislang nur in inoffizieller Form bekannt, z.B. Fußballfans beobachten Polizei   [2] Beispielhaft hier auch Olaf Kühl (GdP Meck-Pomm) [Link vermutlich vor allem für fußballinteressierte Menschen interessant] http://www.gdp.de/gdp/gdpmp.nsf/id/DE_gdp-m-v-der-deutsche-fussball-und-sein-Gewaltproblem   Dazu gibt’s eine (satirische) Replik: ostfussball.com/ultras-und-polizeideutung-eine-replik-1123   [3] diese Debatte haben sicherlich viele mitbekommen, lesenswert dazu zum Beispiel ein Artikel aus SpOn mitsamt angehängtem Fragenkatalog (www.spiegel.de/sport/fussball/statistik-zur-gewalt-im-fussball-polizei-zahlen-zur-abschreckung-a-868231)

Superkapitalismus und Demokratie

Freie Märkte sind eine Voraussetzung für Demokratie, aber was, wenn der Kapitalismus die Demokratie aushöhlt? 

Dieser zweite Blogpost behandelt ein Thema, dass, wie ich denke, zu den wirklich wichtigen Themen der nächsten Jahre gehört. Betrifft es doch uns alle sowohl als Verbraucher, als auch als Bürger. Zusätzlich befürchte ich durch wachsende soziale Ungleichgewichte – national, wie auch international zu beobachten – durchaus auch vermehrt radikalere Auswüchse der Unmutsäußerung. 

In ganzen Teilen hat mich das Buch „Superkapitalismus – Wie die Wirtschaft unsere Demokratie untergräbt“ von Robert Reich inspiriert, diesen Text zu verfassen. Wer es noch nicht kennt, dem sei es empfohlen, alle anderen finden vermutlich einiges ihnen Bekanntes hier wieder. 

Auf die Entwicklung des Superkapitalismus (in den USA aus – nach Reich – einem demokratischen Kapitalismus, in Deutschland aus der sozialen Marktwirtschaft) will ich nicht groß eingehen. 

Kurz gesagt haben technologische Fortschritte (übrigens zum ganzen Teil durch den kalten Krieg und damit verbundenem Rüsten), Globalisierung, Deregulierung und Wettbewerb dazu geführt, dass wir als Verbraucher und Anleger immer besser dastehen (und die Wirtschaft quasi „explodierte“), als Bürger jedoch die Schattenseiten ausbaden. 

Wie ist der Status quo?

Die Wirtschaft setzt immer mehr um und wächst nahezu ungehemmt, Banken spekulieren mit irrsinnigem Tempo und unglaublichen Gewinnen, wie auch Risiken. Unternehmen zahlen so wenig wie möglich, lagern dafür in Länder aus, wo gewisse Rechte lascher gehandhabt werden und senden ihre Lobbyisten aus, um in der Politik Einfluss zu bewahren oder auszubauen. 

Wir als Verbraucher und Anleger profitieren. Wir als Verbraucher sind sogar Schuld an dieser Entwicklung. Durch unseren Druck von zwei Seiten auf die Unternehmen, immer mehr Gewinne/Gewinnaussichten zu machen (wir als Anleger) und immer günstiger zu produzieren und anzubieten (wir als Verbraucher), zwingen wir Unternehmen zu diesen Schritten. 

Um Die Profite zu maximieren haben sich große Fonds gebildet, die dadurch große Macht haben, Unternehmen zu Gewinnmaximierungen (Entlassungen, Nebenleistungskürzungen, Billigstandorte, mangelhafter Umweltschutz…) zu zwingen. Wessen Geld wird dort verwaltet? Das Geld von immer mehr Menschen, die Anteile an solchen Fonds besitzen. Also von uns als Anlegern. 

Auch durch diesen Druck – und das simple Gesetz von Angebot und Nachfrage – steigen Gehälter der obersten Riege deutlich an. Solange Sie unser Geld mehren und uns weniger zahlen lassen, ist uns das als Verbraucher und Anleger Recht, als Bürger sind wir auch hier moralisch aufgebracht. 

Wir müssen uns also alle hinterfragen. Wie Reich es schreibt: „Diese Fragen der wirtschaftlichen Sicherheit, sozialen Gleichstellung, Gesellschaft, Umwelt und öffentlichen Moral  waren ein zentrales Anliegen […]. Doch mit der Verschiebung der Macht hin zu Verbrauchern und Anlegern sind diese Fragen immer weiter in den Hintergrund gedrängt worden. Wir haben einen Faustischen Pakt geschlossen. Die heutige Wirtschaft kann uns großartige Schnäppchen anbieten, weil Sie uns an anderer Stelle abkassiert. Wir können den großen Konzernen die Schuld in die Schuhe schieben, doch wir haben diesen Pakt vor allem mit uns selbst geschlossen.“ (S.133) 

Die Explosion des Lobbyismus ist auch direkte Folge dieses erhöhten Wettbewerbs, der durch uns befeuert wird. Immer mehr Unternehmen und Branchen kämpfen um Wettbewerbsvorteile und versuchen dementsprechend mit Gutachten, Geld und purer Masse ebendiese durchzudrücken. In Kombination mit guten Kontakten zu Medien ist das einfach Gold wert! 

Unsere Geiz ist Geil Mentalität schadet also uns als Bürgern. 

Wie können wir da was ändern? 

Gehen wir davon aus, dass Aufgabe des Kapitalismus ist, den vorhandenen „Kuchen“ zu vergrößern und Aufgabe der Demokratie, diesen zu verteilen, haben wir Ansatzpunkte auf beiden Seiten. 

Wir können unser Geld nur dort ausgeben, wo Arbeitsbedingungen und Löhne in Ordnung sind und Menschenrechte gewahrt werden. Das übt Druck aus, wenn wir uns mit genug Menschen zusammentun und unsere Macht bündeln. Ansonsten verpufft es fast unbemerkt. Ebenso sieht es mit Anlagen aus, nur, dass es dort noch schwieriger wird, da große Fonds als Mittler zwischengeschaltet sind. 

Wichtiger ist meiner Meinung nach das Ansetzen am anderen Hebel. Wir müssen die Demokratie stärken. Und: Wir müssen bereit sein, als Verbraucher und Anleger Kompromisse einzugehen und durchaus auch mehr für Dinge zu bezahlen. 

Wie können wir die Demokratie stärken? 

Hier gibt’s es viele mögliche Ansätze, sinnvoll ist sicherlich eine Kombination mehrerer Methodiken. 

Ich werfe mal ein paar Thesen in den Raum: 

Auf der inneren, persönlichen Ebene müssen wir weg von der Wachstumshörigkeit. Wir müssen weg von der Geizgeilheit. Wir müssen Empathie zeigen und an die schwächeren oder benachteiligten Menschen denken. Was spricht wirklich gegen ein BGE? Ist der Slogan „Arbeit für Alle“ überhaupt zeitgemäß und macht er Sinn? Warum nicht Dinge in Frage stellen?

Auf der politischen Ebene frage ich mich, was uns davon abhält, Kosten für Wahlkampfausgaben deutlich zu deckeln und dafür komplett aus Steuergeldern zu bezahlen? So bekämpfen wir einerseits den Lobbyismus und zwingen die Parteien sich anders zu präsentieren. Schiere finanzielle und damit plakatierte Übermacht kommt so nicht mehr vor.  

Wir müssen dem Lobbyismus die Macht nehmen. Von der Seite des Verbrauchers, indem wir die oben genannten persönlichen Dinge beachten. Indem wir Politik wirklich transparenter machen. Zur Not auch, indem wir uns zu großen Gruppen zusammentun und eine Gegenlobby bilden. 

Wir müssen Barrierefreiheit in so vielen Bereichen, wie möglich schaffen. Besonders in der Politik. Je mehr Menschen merken, dass Sie wertgeschätzt werden, je weniger Existenzängste Menschen plagen, desto eher werden Sie kreativ, werden sie sich engagieren. Dazu gehört auch die gleiche Bezahlung für Männer und Frauen und ähnliche Aspekte der Gleichberechtigung. Je leichter politische und soziale Teilhabe wird, um so mehr verschiebt sich die Macht hin zum Bürger.

Dann kann man Regulierungen schaffen. Seien es Vermögenssteuern, seien es Transaktionssteuern, sei es das Verbot der Spekulation mit manchen Gütern oder deutliche Erhöhung der Mindesthaltezeit von Aktien um Turbohandel zu stoppen, seien es Bereiche der Grundversorgung, die man verstaatlicht oder nicht privatisiert, sei es, indem wir regionale Produkte bevorzugen und lange (umweltschädliche und oft ausbeuterische) Lieferketten finanziell sanktionieren… Lasst eurer Fantasie freien Lauf.

Fakt ist für mich, dass wir es schaffen müssen, die Demokratie zu stärken und das wachsende Ungleichgewicht zu stärken. Dafür müssen wir Opfer bringen und Geduld mitbringen, aber je mehr Menschen dies auch so (ein)sehen, desto eher können wir Ergebnisse erzielen und weitere Menschen überzeugen. 

Große Veränderungen fangen mit Utopien an und können auch wehtun. 

Wem das zu sozialistisch klingt (ich finde das nicht, ich nenne es sozial) und meint, Leistung würde sich nicht mehr lohnen, den verweise ich auf Niedriglohnarbeiter und Multijobber, die sehr wohl sehr viel leisten und darauf, dass die Topgehälter unverhältnismäßig wachsen und die großen Vermögen ohne Arbeit einfach weiter explodieren, dem erwidere ich gerne die Worte von Walter Reuther:

„Wenn der Kampf für gleiche und gerechte Verteilung des Wohlstands in diesem Land sozialistisch ist, dann bekenne ich mich schuldig, ein Sozialist zu sein“ 

Sexismusdebatte – Ein Aufschrei geht durchs Land

Eins vorneweg, ich weiß, dass dieses Thema ein heißes Eisen ist und es durchaus ganz andere Meinungen gibt, als meine. Den einen Menschen tendiere ich zu sehr in die eine Richtung, den anderen zu sehr in die andere Richtung und einige finden vermutlich einfach mies, was ich hier schreibe.

Ich behaupte nicht, dass meine Meinung die allgemeingültige ist, so vermessen bin ich nicht. Dieser Text ist auch nicht hochwissenschaftlich, er hat auch nicht diesen Anspruch, aber ich habe mir durchaus Gedanken gemacht und diesen Text nicht nur dahingerotzt.

Wer etwas anmerken möchte, möge also bitte sachlich bleiben, ich bin immer bereit, mir andere Meinungen anzuhören und gegebenenfalls ganz oder zum Teil zu übernehmen.

Sexismus ist derzeit in aller Munde und das ist auch durchaus gut so. Weniger gut und hilfreich finde ich jedoch, die Art und Weise, wie dieses wichtige Thema angegangen wird. Sei es in den „großen Medien“ oder auf Twitter, wo die Debatte zusätzlich durch 140 Zeichen erschwert wird. Dass Sexismus ein Problem ist, das wir als Gesellschaft angehen müssen, ist bis auf wenige verbohrte Menschen – meist männliche – wohl fast allen klar. Sicherlich haben unterschiedliche Menschen unterschiedliche Gründe, warum sie Sexismus angehen wollen und unterschiedliche Definitionen von Sexismus, was die Debatte durchaus schwieriger werden lässt.

Ich beziehe mich im Folgenden auf eine recht simple Definition von Sexismus, die sicher nicht jeder teilt, aber ohne diesen Bezugspunkt wird eine vernünftige Debatte beinahe unmöglich gemacht: Sexismus ist das Unterteilen von Menschen nach biologischen Unterscheidungsmerkmalen, verbunden mit einer Rollenzuweisung und Geschlechterklischees. In unserer Gesellschaft trifft Sexismus – bedingt durch die Machtverhältnisse und tradierte Verhaltensweisen – meist Frauen. Ich werde jedoch auch – auch wenn es nicht bei jedem gut ankommen mag – auch gegen Männer gerichteten Sexismus behandeln.

Dieser Beitrag gliedert sich wie folgt:
1) Sexismus in unserer heutigen Gesellschaft
2) Sexismus trifft auch Männer
3) Rosinenpickender Feminismus
4) Die Debatte und warum sie teils mehr schadet, als nutzt
5) Fazit

1. Sexismus in unserer heutigen Gesellschaft

Wir leben in einer Gesellschaft, in der – Machtverhältnisse und tradierte Verhaltensweisen – Frauen häufig Sexismus erleben. Einige erleben ihn ohne zu leiden, andere leiden offensichtlich oder insgeheim unter ihm. Klassische Beispiele fangen in der Schulzeit an (da dort andere Machtverhältnisse herrschen, trifft es hier auch häufiger, als im gesamten gesellschaftlichen Rahmen auch Jungs).

Der Lehrer oder die Lehrerin, der/die gerne Schülerinnen mit kurzen Röcken sieht und seine Noten daran anpasst (beachten sollte man dabei, dass viele Schülerinnen dies gerne ausnutzen, macht es einigen doch die Schullaufbahn leichter), der Lehrer oder die Lehrerin der/die gerne „Hilfestellung“ im Sport gibt usw. Vermutlich hat fast jeder sowas auch erlebt.

Weiter geht es in Privatleben und Berufsalltag. Meist sind immer noch die höheren Posten im Job von Männern besetzt. Diese Machtverhältnisse begünstigen – gerade, wenn mehrere „Männer vom alten Schlag“ die Entscheidungen treffen, Sexismus am Arbeitsplatz. Alltäglich zu sehen in den Vorzimmern fast aller Unternehmen: die hübsche Sekretärin macht sich halt gut, wenn Kunden kommen, so die archaische (aber meist halt zutreffende) Denke. Wird diese Frau dann noch zu möglichst „netter“ Kleidung angehalten, ist das leider Alltag, und definitiv sexistisch, wenn auch häufig von Pragmatismus und geschäftlichem Denken geprägt.

Frauenanteile in Führungsrollen sind quer durch alle Berufsfelder deutlich zu niedrig, Frauen werden schlechter bezahlt für die gleiche Arbeit und Frauen müssen in manchen „Männerdomänen“ weiterhin kämpfen, um überhaupt wahrgenommen zu werden.

Die Ursachen liegen teils im bereits angesprochenen tradierten Denken. Von Klein auf wurden (und werden leider weiterhin) Rollenklischees anerzogen. So fällt es vielen Männern, die „althergebracht“ sozialisiert wurden, schwer, Frauen auf Augenhöhe kommen zu lassen. Dies zu ändern funktioniert aber nicht durch einen Aufschrei (der als positiven Aspekt jedoch das Thema in den Fokus rückt), sondern durch Überzeugungsarbeit und Änderung in der Sozialisierung kommender Generationen. Ja, es wird weiterhin ein langer Prozess, aber wenn man sinnvoll argumentiert, ist die Chance etwas zu verbessern deutlich eher gegeben, als durch frontenverhärtende Diskussionsunkultur. Aber dazu später mehr.

Ein weiteres klassisches Beispiel für offensichtlichen Sexismus erleben wir täglich in den Medien und in der Werbung. Rollenklischees und Stereotypen halten sich weiterhin und „Sex sells“ ist nicht nur eine Redewendung, sondern stimmt.

Solange es in Medien und Werbung nicht zu Änderungen kommt, wird eine Änderung des Status Quo meiner Meinung nach deutlich erschwert. Dies liegt an der schieren Präsenz dieser beiden Felder in unserem Alltag. Es fängt an mit Kindersendungen, die bereits Geschlechterrollen vorleben, geht weiter mit Ü-Eiern in rosa und endet mit halbnackten Frauen, die helfen Autos zu verkaufen.

Machen wir uns also nichts vor, in Sachen Sexismus hinken wir unserer doch an sich moderner werdenden Denke hinterher (wie leider auch bei anderen Themen…Anm. 19.12.2014)

2. Sexismus trifft auch Männer

Ja, auch Männer können von Sexismus betroffen sein und sind es, auch wenn Teile der Debattierenden bei Twitter und in Foren etc dies nur ungern hören und mit einem „Du Sexist“ reagieren. Klar ist, dass Männer durch die herrschenden Verhältnisse seltener betroffen sind. Allerdings ist es für Männer auch durchaus schwerer, Sexismus anzuprangern, da dieses Problem gesellschaftlich noch wenig anerkannt ist (ähnlich ist dies auch beim Thema häusliche Gewalt), so dass ich dort eine deutliche Dunkelziffer erwarte.

Was ich meine ist in etwa dies: Geht ein Mann zu seinen Kumpels und sagt:“ Meine Chefin hat mir auf den Arsch geschaut!“, sagen diese meist etwas wie „Hehe, coole Chefin, mach sie dir klar!“. Passiert das Gleiche einer Frau sagen alle „das miese Chauvi-Schwein!“.

Das soll absolut nicht den existierenden Sexismus gegen Frauen relativieren, sondern nur aufzeigen, dass – in den Fällen, wo es das Machtgefüge hergibt – Frauen ebenso sexistisch agieren, wie Männer und umgekehrt Männer ebenso betroffen sein können, wie Frauen.

Sexismus, den Männer erleben ist häufig weniger herabsetzend, nichtsdestotrotz sind auch Rollenklischees ein klares sexistisches Statement. „Wie willst du denn deine Familie ernähren bei dem Gehalt“, impliziert ein altes Rollenbild des Mannes als Ernährer. „Sei ein Mann“, ein klassisches Beispiel dafür, dass Männer gefälligst stark sein sollen (Was Quatsch ist, die gemeinte Stärke hat schließlich nichts mit körperlicher Kraft zu tun, und selbst diese ist nicht naturgegeben, nur weil Mensch Mann ist). Auch Männer werden, wenn auch weitaus weniger beachtet, in der Werbung als Sexobjekt bemüht, sei es der „Cool Water Mann“, der „Cola-Light Mann“ oder der halbnackte Mann auf den Hollister-Einkaufstüten (klar, man kauft ja auch Nacktheit ein, daher passt es ja wunderbar auf die Einkaufstüte eines Textilverkäufers…).

Eine weitere Form der Diskriminierung von Männern findet sich auch beim Thema Sorgerecht, aber dieses Fass will ich hier und heute nicht auch noch aufmachen. Lest euch einfach Statistiken durch und sagt nicht, „es wird nur auf das Kindswohl geachtet“, dann müssten die Zahlen wenigstens etwas näher beieinander liegen. Kurz: Sexismus trifft beide Geschlechter und wird von beiden Geschlechtern ausgeübt. Die Anerkennung und die Quantität sind jedoch grundverschieden.

Kommen wir nun zu zwei Spannungsfeldern, die mir persönlich (und vielen Menschen, Männern, wie Frauen, die ich kenne) negativ aufstoßen.

3. Rosinenpickender Feminismus

Ja, hier werde ich durch meine Wortwahl leicht polemisch, aber ich denke, die meisten Leser werden verstehen, was gemeint ist. Unter dem Deckmantel von Gleichstellung und Feminismus schießen manche Personen über das Ziel hinaus und schaden damit dem ganzen Prozess. Gemeint sind eben die Rosinenpicker. Diese versuchen stets – was ihr gutes Recht ist – das Beste für Frauen herauszuholen. Aber im Ernst, wer für Gleichberechtigung eintritt, sollte auch diese versuchen herzustellen und nicht das Gleichgewicht in die andere Richtung verlagern. So dürfen Frauen (meines Wissens nach) mittlerweile in der Bundeswehr alle Posten bekleiden, es gibt auch Quoten, allerdings können diese Frauen nicht zum Einsatz in ausländischen Krisengebieten gezwungen werden. So gibt es Gleichstellungsbeauftragte, die in der Regel (jedenfalls in meinem Erleben und auch bei mir bekannten Personen) jedoch eigentlich Frauenbeauftragte heißen sollten.

Auch finde ich es einfach unrealistisch (davon ab auch schädlich), eine Quote von 30-50 % zu fordern (in welchen Bereichen auch immer und für wen auch immer;Anm. 19.12.2014: mehr zur Quote habe ich unter https://matzesgedanken.wordpress.com/2014/11/30/quote-ein-paar-gedanken/ augeschrieben). Es klingt erstmal sehr fair, beide Geschlechter erhalten bei allen relevanten Positionen doch 30-50 % (also Frauen jedenfalls ;)), das ist doch super, oder? Weitgefehlt. In vielen Bereichen wird man diese Gleichheit nur mit Gewalt erreichen, nur unter Verzicht auf Leistungskriterien oder auch gar nicht. In vielen Bereichen wären schon Quoten von 20 % wohl nicht sinnvoll schaffbar, so zum Beispiel eine solche Männerquote im Erzieherberuf oder eine solche Frauenquote bei Fliesenlegern (Anm. 19.12.2014 natürlich geht es eh nur um Führungspositionen, aber das Gemeinte bleibt).

4. Die Debatte und warum sie teils mehr schadet, als nutzt

Ja, der #Aufschrei brachte dieses wichtige Thema mal wieder in die Medien und in die Gesprächsrunden unter Kollegen etc. Aber die Art und Weise schadet der Sache.

Es wurde wirklich fast nur geschrien, gerne noch über Leute geredet (Brüderle als Opferlamm war da herzlich Willkommen), selten miteinander. Menschen, die Sexismus anprangern, der ja häufig einfach nur ein Zeichen mangelnder Empathie ist, gehen mit Vehemenz und ohne Empathie gegen „Andersdenkende“ vor. Es wird nicht sachlich, argumentativ und lösungsorientiert debattiert, stattdessen werden Fronten unnötig verhärtet. Ich meine damit nicht, dass man auch mal laut werden kann, wenn das Gegenüber einfach plump sexistisch ist. Solche Leute erreicht man auch mit vernünftiger Diskussionskultur nicht, sie sind für die Debatte verloren.

Aber dieses „wer nicht für uns ist, ist gegen uns“, dieses schaffen einer Pseudorealität von „uns“ und „denen“ schadet in dem Sinne, dass viele Personen (in diesem Falle ich und mir bekannte Personen beiderlei Geschlechts) sich genervt abwenden und diese Schreie nicht mehr wirklich ernst nehmen können.

Klar ist es ein emotionales Thema, klar vergisst man manchmal ein wenig Sachlichkeit und klar ist zum Beispiel Twitter ein Medium, dass durch die Reduzierung Auf 140 Zeichen zu Verkürzungen und Missverständnissen einlädt und sachliche, hintergründige Gespräche erschwert. Dennoch bleibe ich dabei, dass man auch und gerade bei solchen Themen ab und an erst einmal durchatmen sollte, bevor man losschreit. Erst einmal überdenken, ob der Gegenüber es wirklich so meinte, wie es bei mir ankommt. Sich in den anderen hineinversetzen und danach schauen, was für Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Wahrnehmung bestehen. So findet sich eine Diskussionsbasis, von der man ausgehen kann.

Danach könnte dann der konstruktive Teil folgen, zu dem es leider meist nicht kommt (sicher gibt es auch hierzu positive Beispiele). Damit schadet dieser Aufschrei durch Verprellen potentieller Unterstützer und durch das bigotte Vorleben fehlender Empathie, die man doch der anderen Seite (oft nicht zu Unrecht) vorhält, der Sache an sich.

Bei jeglicher Kritik oder anderslautender Meinung kam schnell der Beißreflex zum Vorschein und es wurde, wie man es auch aus anderen emotional aufgeladenen Debatten kennt, ein schönes plakatives Schlagwort ausgepackt, das jegliche sachliche Grundlage, die noch bestanden haben könnte wegfegte (Anm. 19.12.2014: das zieht sich bis heute durch die Thematik. Leider). Das Totschlagwort dieser Debatte lautet natürlich „Sexist“ (das der Gegenseite ist noch weniger schön und lautet „Gutmensch“, zu diesem Wort muss ich wohl nichts mehr sagen).

Warum schadet der inflationäre Gebrauch dieses Wortes? Weil es die Bedeutung verwässert, wenn jemand zu oft „Wolf“ ruft, verliert es halt einfach an Wirkung. Ein ähnliches Problem gibt es auch beim Thema Antisemitismus, aber auch dieses Fass öffne ich hier nicht, es soll nur veranschaulichen, dass Totschlagworte nicht positiv für eine Diskussion sein können. Das schreien des Wortes „Antisemit“ kommt häufig als Reflex bei Kritik an Israel, ich nenne dieses rhetorische Stilmittel gerne „der Friedmann“. In diesem Fall ist „Sexist“ das Pendant. Und hier, wie dort, wird ein wichtiger Begriff unnötig verwässert und hilft auf keinen Fall der Diskussion.

Eine weitere Sache stößt immer mehr Menschen, die ich kenne, negativ auf und das ist das konsequente Gendern und Ändern bestehender Begrifflichkeiten. Gendern macht meiner Meinung nach geschriebene Texte (vom gesprochenen Wort gar nicht erst anzufangen) deutlich weniger gut lesbar. Wortveränderungen, meist eigentlich nur euphemisierender Art, zeigen guten Willen, beruhigen Menschen, die diese nutzen, weil sie ja weniger diskriminierend sind und bringen letztendlich nur dann etwas, wenn sich auch in den Köpfen der Gesellschaft etwas ändert. Sonst kommt man nur in eine Euphemismusspirale.

Oder hat sich das Standing der Facility Manager im Vergleich zu den Hausmeistern gebessert? Ist das Bild in den Köpfen beim Wort Afrodeutscher (wie ich finde ein ganz schrecklicher Begriff, entweder man ist ein Deutscher/Schweizer/Amerikaner… oder halt nicht) so viel besser, als beim Wort Schwarzer oder Neger? Werden Menschen mit Behinderung besser behandelt und angesehen, weil sie nicht mehr Behinderte genannt werden? Sind Frisösinnen in der gesellschaftlichen Hierarchie weit über ihr Dasein als Frisösen herausgekommen? Fühlen sich die Kunden der Arbeitsagentur besser, als vorher die Arbeitslosen beim Arbeitsamt? Werden sie anders gesehen? Meine Meinung dazu ist, dass es sich dabei häufig um eine Selbstberuhigung handelt, wie auch das Mülltrennen („ich tue etwas Gutes, politisch korrektes“), und sich die Leute damit oft aus der Pflicht genommen fühlen, wirklich etwas zu ändern.

Änderung kann durch Worte unterstützt werden, klar, Sprache ist mächtig, aber die Änderung von Sprache, ohne die Denkweisen und Ansichten der Menschen zu ändern ist einfach nur eine Schicht Lack auf rostigem Untergrund. Es sieht eine Weile nett aus, man fühlt sich besser und es ändert doch nichts.

Gut gedacht ist halt nicht gleichbedeutend mit gut gemacht. Doch was tun, um dieses wichtige Thema nach vorne zu bringen? Was machen, damit Bewegung hineinkommt? Wie Unterstützung der breiten Masse der Gesellschaft erlangen, um Sexismus zu ächten?

5. Fazit

Ich versuche nun einmal zu skizzieren, was meiner Meinung nach passieren kann, um das Thema voranzubringen. Als Erstes sollte sich die Debatte versachlichen. Von klaren Sexisten und Trollen ist das nicht zu erwarten, aber wenn die „gute Seite der Macht“ in diesem Fall mit positivem Beispiel vorangeht, schießen diese sich selbst ins Bein. Also: Mit gutem Beispiel sachlich vorangehen, auch mal den Zorn herunterschlucken. Lieber ein paar Minuten warten, als Schnellschüsse aus der Hüfte abzugeben. Stellt das eigene Ego hintenan. Ihr seid (vermutlich) weder Superman, noch Wonderwoman und werdet die Welt nicht alleine verbessern. Ihr könnt aber euren Teil dazu beitragen, sie besser zu machen. Bleibt sachlich. Argumentiert, viele Argumente sind schließlich deutlich auf eurer Seite. Gebt ruhig zu, wenn euer Gegenüber auch (teilweise) Recht hat. Sagt „Ja, Männer haben durchaus auch unter Sexismus zu leiden, das erkenne ich an. Allerdings ist dieses Thema bei Frauen stärker erlebbar. Aber lass uns doch zusammen gegen Beides vorgehen“. Da bricht doch keinem ein Zacken aus der Krone, oder?

Sachlich bleiben, sich in das Gegenüber hineinversetzen und überlegen, welche Art der Überzeugung wohl funktionieren kann, denn das ist wiederum bei vielen Menschen unterschiedlich. Bloß nicht weiter die Fronten verhärten durch „die vs wir“ Schemata und Gruppendenken.

Nicht jeden, der teilweise anderer Meinung ist direkt zu „den anderen“ zählen. Vielleicht sind diese durchaus sehr nahe bei eurer Meinung, nur manche Nuancen stimmen nicht. Überzeugt sie mit Argumenten, nicht durch Blocken, Ausgrenzen etc.(das gilt, wie so einiges natürlich auch bei anderen Debatten. Diskussionskultur ist wichtig, wenn man als Ergebnis nicht nur verbrannte Erde wünscht).

Da gibt es die simple, menschlich-biologische Seite des Ganzen. Warum zum Teufel sollen Menschen unterschiedlich behandelt werden, nur weil Chromosomen unterschiedlich sind? Weil es schon immer so war? Jeder halbwegs normal denkende Mensch wird „das war schon immer so“ als das erkennen, was es ist: Ein „Nonsens-Argument“.

Dann gibt es wirtschaftliche Aspekte. Damit bekommt man bei Debatten um gleichen Lohn und Quote eventuell ein paar Manager, Logiker und wirtschaftlich denkende Menschen leichter auf seine Seite: Warum verschenken wir soviel Potential, indem wir es nicht hinbekommen, faire Chancen für Frauen zu schaffen? Männer und Frauen sind halt nicht gleich, haben aber meist durchaus unterschiedliche Stärken. Man spricht Frauen z. B. nicht umsonst ein stärkeres Einfühlungsvermögen zu, dies ist oft der Fall. Warum sollte man diese Stärken nicht für sich und die Allgemeinheit nutzen? Debattiert niemals, niemals von oben herab. Dies führt zu ungewollten psychologischen Effekten. Denkt euch in die andere Seite hinein und überlegt, wie diese Art bei euch ankommt. Und?

Zuletzt, auch wenn es viele nicht hören wollen: Veränderung geht nicht von heute auf morgen. Ja, es dauert schon ewig. Nein, es wird nicht auf einmal alles gut. Veränderungen in Köpfen brauchen Zeit. Bis diese dann gesellschaftlicher Konsens sind, dauert es noch länger. Und erst dann wird das wichtigste passieren: Weitere Generationen wachsen ganz selbstverständlich mit einem anderen Weltbild auf. Sie werden später nur noch über dieses Thema lesen und sich denken: „gut, dass die Menschen das damals geändert haben“.

Schickt eure Söhne, wenn sie wollen in ein Ballettstudio und schenkt dem Mädchen die Eisenbahn. Der Junge will ein rosa Zimmer? Nur zu. Lebt Kindern, Nachbarn, Freunden und Fremden eure Weltsicht vor. Eure Akzeptanz der Gleichberechtigung und Vielfalt und eure Freude an diesen. Nichts verhilft besser zu Veränderungen, als lebende positive Beispiele.

Wenn euch sexistische Werbung missfällt oder ebensolche, Stereotypen bedienende Berichterstattung, tut dies kund und wenn keine Reaktion erfolgt, macht es sachlich öffentlich und boykottiert diese Läden. Wichtig dabei: Transportiert eure Meinung vernünftig und lebt auch danach, so zieht ein Beispiel andere Menschen mit.

Kurz: Versetzt euch in andere Menschen, diskutiert sachlich und geht mit eurem Gegenüber respektvoll um, er/sie wird das zu schätzen wissen und euch viel eher zuhören. Wenn ihr Wasser predigt, dann trinkt es auch und lebt danach. Das gilt für alle Diskussionen gleichermaßen. Ignoriert die komplett verbohrten, die die Diskussion aus sachlichen Bahnen herausziehen, ignoriert die Trolle, die sich lustig machen, die disqualifizieren sich selbst. Stoßt nicht diejenigen vor den Kopf, die eigentlich eurer Meinung sind, ohne es zu wissen, ohne es zu artikulieren oder halt mit gewissen Abstrichen. Stoßt nicht diejenigen vor den Kopf, denen vielleicht nur ein Beispiel oder eine Information fehlt. Wir sind die Mehrheit und die Mehrheit hat Macht. Vorleben und Überzeugen sind langsam, aber mächtig mahlende Mühlen. Wenn wir uns dieser Macht bewusst werden, sie gezielt und geduldig nutzen und danach handeln und leben, dann, ja dann, kann alles gut werden.

LG Matze

The Beginning

Hallo und herzlich Willkommen auf meinem Blog. Vorab ein paar Anmerkungen:   Ich freue mich selbstverständlich über Kommentare mit sachlicher Kritik, Lob, Anregungen usw. Dazu gehört natürlich auch, dass abweichende Meinungen ausdrücklich erwünscht sind. Bitte behaltet jedoch einen vernünftigen Ton bei, ansonsten werde ich nicht reagieren. Ihr könnt das Ganze hier erledigen oder auch bei Twitter via @Matze49899808.   Worum es hier gehen wird?   Alles Mögliche, was mich gerade bewegt. Das können Themen aus den Bereichen Bildung sein, Gesellschaftliches, Fußball kann vorkommen (hier vor Allem mit Bezug auf Fanthemen), Politik, Bezugnahme auf aktuelle Nachrichten und was auch immer mir auf dem Herzen liegt oder gerade niedergeschrieben werden will.   Dieser Blog kann durchaus Spuren von Ironie oder Sarkasmus enthalten, sollte ich ab und an mal zu zynisch werden oder über die Stränge schlagen, haltet mich bitte zurück.    In meinem ersten Blogbeitrag, der gerade in Arbeit ist, geht es um das derzeit aktuelle Thema Sexismus, sowie damit zusammenhängende Bigotterie und vor Allem – wie ich finde – der Sache schädliches Diskussionsverhalten.   Der zweite Beitrag wird sich vermutlich um das Spannungsfeld Kapitalismus / Wirtschaft und Demokratie drehen (direkt beeinflusst durch das gerade gelesene Buch „Superkapitalismus – Wie die Wirtschaft unsere Demokratie untergräbt“ von Robert Reich, welches ich ausdrücklich empfehle, wenn einen dieses Themenfeld interessiert)   Der dritte Beitrag, der sich wie die beiden oben genannten bereits in Arbeit befindet, dreht sich um Fans und deren Rechte, angelehnt an die Debatte zum „sicheren Stadionerlebnis).   Wie ihr seht, werde ich keinen Spezialblog zu bestimmten Themen bieten, jedoch (wenn ich dazu komme, da ich fast nur mobil online bin) wird es möglichst regelmäßig unterschiedlich lange Texte zu unterschiedlichsten Themen geben.   Euer Input zu möglicherweise interessanten Themen ist da gern gesehen.   Soviel zu meinen Ideen zu diesem Blog.   Zu mir schreibe ich erstmal nicht viel, lest hier und/oder bei Twitter und fragt einfach, wenn euch bestimmte Dinge interessieren. Allerdings behalte ich mir vor, bei persönlichen Fragen auch mal die Antwort schuldig zu bleiben.