Utopische spontane Gedanken zur Reform des Erbwesens

Utopische Gedanken zur Reform des Erbwesens

Es fehlt an Geld, ja es häufen sich die Schulden, sei es beim Staat, sei es bei den Ländern, sei es bei den Kommunen (ja, ich weiß, dass Schulden nicht per se schlecht sind, aber, wenn man sich anschaut, welche Höhe mittlerweile die Zinszahlungen haben und welche Position sie damit in den Haushalten einnehmen, ist es doch logisch, dass es so nicht weitergehen kann, wenn man auch an kommende Generationen denken will) und die Kluft zwischen Armen und Reichen wird größer (auch wenn der schöngeänderte Armutsbericht etwas anderes aussagt).

Von der Wichtigkeit der Bildung und Förderung und Unterstützung der Jugend, sowie sozialer Gerechtigkeit wird immer geredet (vor allem in Wahljahren bis zum Wahltag), aber es passiert nicht wirklich etwas.

Ja, das sind globale Probleme, mir wäre es auch lieber, man ginge sie konsequent weltweit an, aber dass das nicht passiert, darf kein Feigenblatt sein dafür, dass WIR HIER nichts tun.

Ja, ich übertreibe damit, dass die mir vorhin spontan gekommenen Gedanken zum Erbwesen da groß etwas ändern, aber ich denke, jeder Ansatz, der dazu beiträgt, etweas zu verbessern, ist doch sinnvoll, oder?

Vorneweg, ich bin weder Jurist, noch besonders juristisch bewandert, ich bin kein Wirtschaftswissenschaftler, mein Wissen beziehe ich aus Interesse, einer kaufmännischen Ausildung, Medien und Unterhaltungen. Daher ist auch alles bewusst noch vage gehalten, die Details, so es denn überhaupt Sinn macht, müssen andere, dazu befähigte füllen. Mir geht es darum, meine spontanen Ideen zu verbreiten, vielleicht regen sie ja Menschen zum Umdenken, Weiterdenken oder überhaupt Nachdenken an.

Die folgenden Ideen sind – wie gesagt – spontan entstanden, sollten schwere Denkfehler vorliegen, sorry, dann war es ein Schnellschuss. Meiner Meinung nach sind diese Ideen fair, nicht zu bürokratisch, nicht zu sozialistisch, bestrafen Fleiß nicht und schaffen es dennoch ein Instrument zur besseren Verteilung und evtl. sogar zu besserer Bildung und Gleichberechtigung zu schaffen.

Verlinken, Verteilen, ja auch erweitern oder ändern ist erlaubt und gewünscht, letztere aber bitte mit Kennzeichnung 😉

So. Nach diesem etwas überdimensionierten Intro meine Gedanken.

Kurz gesagt bin ich für eine Abschaffung der derzeitigen Erbschaftssteuer. Nicht ersatzlos, sondern im Austausch gegen eine Deckelung des Erbes. Die von mir nun genannten Zahlen können auch gerne durch die Variablen XYZ ersetzt werden, mir geht es um den Grundgedanken.

Heute ist erben oft eine sehr komplexe Sache und auch die Erben des Kleinkrams von Ömmsken Meyer müssen sich damit befassen. Bei meinem Vorschlag würde sich das imo ändern.

Nehmen wir als erste Größe den „Erbfreibetrag“ X. Dieser setzt sich zusammen aus Geld und Sachwerten, aus Aktien, Ländereien, Immobilien etc. Ich nehme jetzt mal die vorhin auf Twitter angenommene Summe von 10 Mio €.

Bis zu diesem Betrag je natürlicher Person als Erbe passiert nichts, außer einer Übertragung der Werte auf den Erben. Das sorgt für null bürokratischen Aufwand und eine Besserstellung von Klein- und Mittelerben, ja, ich gehe soweit und sage, dass das durchaus noch ein Großerbe ist.

Zusätzlich würde ich jeder natürlichen Person, die eine enge Verwandtschaft mit dem Verstorbenen hat und ein Erbe antritt sogar noch eine Wohnimmobilie zusätzlich zugestehen.

Alles, was darüber hinausgeht, wird nicht vererbt. Wenn dies rechtlich problematisch ist, ist es evtl möglich, die Steuer dann einfach auf 99-100 % festzulegen für Werte über 10 Mio €. Wie gesagt, bin juristisch unbedarft und es ist ja auch nur ein Gedankenspiel.

Vom Restwert würde ich dem Vererbenden (via Testament) die Möglichkeit einräumen, über einen Prozentsatz Y (ich gehe jetzt spontan von 50 % aus) derart zu verfügen, dass es zweckgebunden verwendet wird (eingeteilt in Bereiche wie örtliche Infrastruktur, Bildung, Forschung…). Dieses Geld könnte auch in einer Stiftung aufgehen, die noch zweckgebundener, als nach diesen Feldern agiert und meinetwegen die Forschung zu bestimmten Themen, die Integration sudanesischer Minderjähriger in Oberhausen-Osterfeld oder die Bekämpfung von Polio im Fokus hat.

Diese Stiftungen, wie auch die „Präferenzgelder“ sollten von einer möglichst unabhängigen, neuzugründenden Organisation verwaltet/überwacht werden.

Immobilien, Sachwerte, Aktien, alles außer Bargeld sollte versteigert werden. Startgebot meinetwegen 75 % des aktuellen Wertes. Das eingenommene Geld und das über X hinausgehende Geldvermögen fällt an Kommune/Land/Bund. Davon werden vorrangig die Kosten für Gutachten, Bürokratie rund ums Erbe etc beglichen.

Der Rest landet in einem Extrapool, der sich mit (noch näher zu definierenden) bestimmten Themen vorrangig befasst. Spontan kommen mir die Themen Bildung, Jugendförderung,und Gleichberechtigung in den Sinn. Dies sorgt für eine sanfte, faire Umverteilung, eine Erhöhung der Chancen von derzeit Benachteiligten und isngesamt für eine sozialere Gesellschaft. Weitere Dinge lassensich problemlos ergänzen. auch hier würde ich gerne die noch zu gründende Organisation federführend sehen, damit nicht Kommune/Lan/Bund einfach Ausgaben in diesen Feldern kürzen und durch diese Gelder ergänzen.

Ich halte diese Utopie für fair, weil sie hilft, wachsende Ungleichgewichte einzudämmen und Chancen Vieler zu erhöhen, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen und aufgrund dieser Möglichkeiten auch der Gesellschaft einen Mehrwert zu bringen. Sie benachteiligt meiner Meinung nach auch nicht „die Fleißigen“. Erstens ist „der Fleißige“ tot und damit kaum bestrafbar, des Weiteren erhalten die Erben immernoch bis zu 10 Mio plus Wohnimmobillie, gelten also wohl für niemanden als bedürftig. Zuletzt profitierten die Erben in den meisten Fällen eh schon von beseren Bildungschancen, von Vitamin B etc.

Man vermeidet damit auch Verschuldung durch Immobilienerbe bei Kleinerbe, Bürokratie bei allen Fällen unter 10 Mio und sorgt für Geld in wichtigen sozialen Bereichen.

Durch die Setzung von Präferenzen hat auch jeder Vererbende die Möglichkeit zu großen Teilen Einfluss zu nehmen und Themen voranzubringen, die ihm wichtig sind.

Probleme könnten theoretisch bei Familienunternehmen aufkommen, die über 10 Mio (je Erbe) wert sind. In diesem Fall sehe ich die Möglichkeit, alles, was über den Freibetrag hinausgeht, als Darlehen zu betrachten, welches mit marktüblichen Zinsen verzinst wird.

Das zu meiner spontanen Utopie. Was spricht dagegen? Was spricht dafür? Welceh Größenordnungen sind sinnvoll? Wie sieht es rechtlich aus? Wie sollte die zu gründende Organisation sich zusammensetzen? (ich denke spontan an eine Art unabhängiger und doch staatlicher Instanz, wie Karlsruhe)

Alles was euch dazu einfällt würde mich interessieren (Ok, plumpe Beledigungen oder „Toll“, „Scheisse“ als Komemntare sind dann doch weniger interessant, aber online zu erwarten 😉 )

LG
Matze

PS: es ist alles spontan erdacht und mit heißer Nadel gestrickt, daher seht mir mögliche Denkfehler oder -Lücken nach 😉

PPS: Kontakt:

Twitter: @MaTze49899808
Facebook: https://www.facebook.com/ma.tze.9634

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2 Gedanken zu „Utopische spontane Gedanken zur Reform des Erbwesens

  1. Michael

    Spontan ein paar Anmerkungen, nicht vollständig, nicht ausformuliert… zunächst die Form. Durch die Realisierung dieser Idee schaffen wir eine (weitere neben dem Finanzamt) alles überwachende Superbehörde, die von jedem von uns exakte Auskünfte über die Vermögenslage einfordern würde – jederzeit, denn es darf ja nicht sein, dass Vermögenswerte z.B. in’s Ausland transferiert werden. Damit meine ich nicht das System Geldkoffer in die Schweiz, sondern Beteiligungen über ein Firmengeflecht. Das muss alles überwacht und kontrolliert werden. Wie soll es aber verhindert werden? Man kann ja schlecht verbieten, sein Eigentum, sofern regulär versteuert, woanders zu parken, Falls doch, haben wir eine autoritäre Diktatur in der weder Du, noch ich leben möchten. Fazit; nicht weniger, sondern noch viel meht Bürokratie!
    Weiter, Vermögen in beschriebener Größenordnung bestehen nicht aus Bargeld, einer Wand voll mit Picassos oder einem Schloß, sondern in den allermeisten Fällen aus Unternehmen oder Beteiligungen an Unternehmen (auch das Schloß nebst Park drumherum wird von einer Gesellschaft verwaltet und gepflegt). Wenn also der Erbe die Firma seines alten Herrn erbt (oder die Anteile), ist sie nach Deinem Modell futsch. Es bleiben die Golfschläger, das Wohnhaus, etwas Bargeld und der Anteil der Firma, den es braucht, um die 10 Millionen voll zu machen. Ist die Firma mehr wert, ändern sich die Besitzverhältnisse. Nur, wer bekommt alles > 10 Millionen? Wird das versteigert? Ein Fressen für irgendwelche Finanzinvestoren, Hedge Fonds & Co. Die zünden spontan eine Kerze an und lassen die Korken knallen. Was dann mit der Firma passiert – gerne ein solventes, florierendes Unternehmen – steht in den Sternen. Die Mitarbeiter werden „Juchu“ schreien bei einem solchen Besitzerwechsel. Besonders prekär wird das, wenn ein großes Unternehmen mit (Zehn)Tausenden Mitarbeitern (z.B. SAP, BMW, Henkel, VW), das wenigen Teilhabern gehört, so unter die Räder kommt und den Spekulanten dadurch die Türe geöffnet wird, damit sie das Unternehmen dann zerschlagen und die Einzelteile verkaufen können, um höchstmögliche Rendite für ihre Anleger rauszuholen. Diese Anleger sitzen dann vorzugsweise im Ausland und kassieren dort unbeschränkt. Die Arbeitsplatze verschwinden aber hier.
    Meine Meinung: daher, lassen wir es lieber.
    Jetzt etwas Grundsätzliches – wir hatten das ja bereits in der gleichermaßen ausführlichen, wie auch zunehmend unbersichtlichen Diskussion eben auf Twitter: was geht den Staat mein (oder natürlich Dein) aus versteuertem Einkommen gebildetes Vermögen an? Wieso hält er seine klebrigen Finger auf, nur, weil jemand stribt und das Vermögen regular vererbt wird? Damit habe ich ein Problem, auch wenn es in den meisten Ländern eine Erbschaftssteuer gibt. Ich persönlich finde das ungerecht. Und es gibt nichtmal eine Gegenleistung.
    Wäre ich in einer solchen Situation würde ich zu Lebzeiten mein Vermögen in’s Ausland leben und mich verabschieden, denn auf die Frage, wer kriegt die Kohle, der Staat oder mein Kind, gibt es eine eindeutige Antwort!
    Dann die Verwendung der Mittel: zunächst einmal zeigt sich immer deutlicher, dass der Staat kein Einnahmen- sondern ein Ausgabenproblem hat. Die Einnahmen sind hoch wie nie. Trotzdem ist die Infrastruktur marode, die Bildung teilweise übel – allerdings letzteres unterschiedlich je nach Bundesland. Und weiterhin, SteuerVERSCHWENDUNG hat keine Konsequenzen für die Verursacher. Ausgaben für Bildung, für Familienhilfen und was dazu gehört steigen unentwegt, trotzdem wird es schlimmer. Ich vermute, das Problem ist ein anderes, was sich nicht durch mehr Geld lösen lässt: Ideologie, Misswirtschaft, Defizite in Organisation, im Projektmanagement und in der Kompetenz der beteiligten Kräfte in Politik, Verwaltung und Interessengruppen. Gerade die Bildungskleinstaaterei ist eine ganz üble Kiste, lauter kleine Könige verteidigen eifersüchtig ihre Pfründe und interessieren sich einen Scheiss für das, was aus den Kindern in der Schule wird. Soweit, dass Ausbildungsbetriebe selbst Abiturienten Lesen und Schreiben beibringen müssen …. (ja, ist nicht die Regel – zum Glück – aber kommt vor). Die Diskussion über Bildungsinhalte spare ich mir jetzt…
    Auch hier: Nee, ich sehe kein Argument für Deinen Vorschlag.
    Soweit der Schnelldurchgang, kein Anspruch auf Vollständigkeit…. evtl. schreibe ich nochwas dazu auf meinem Blog.
    Viele Grüße, Michael

    Antwort
    1. infragesteller

      Vorab muss ich mich als Erbsteuerrecht-Ignorant outen und deshalb gehe ich davon aus, dass die Erbmasse aus bereits versteuerten Mitteln besteht. Wenn es so ist, dann sehe ich keinen Grund für eine weitere Versteuerung des Vermögens im Todesfall. Ein Wegfall der Erbschaftssteuer hielte ich somit für fair – aber wie gesagt: ich kenne mich mit der Materie überhaupt nicht aus.

      Antwort

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