Archiv für den Monat Dezember 2013

El fin de 2013 – n Stock

Die Sache mit dem Stock 

Ich hasse Kettenbriefe, ich hasse Zwang und Erwartungen, ich hasse es, Fragebögen auszufüllen, ich hasse es, wenn ich mir komische Dinge einfallen lassen muss, ich hasse es, weil ich fast immer mehrere Dinge/Leute/Orte vor Augen habe, die ich wählen würde und mich dann entscheiden muss, ich hasse es, weil ich mich nicht entscheiden kann, ich hasse es…!

Jetzt hat mir der Wochenendrebell @ColliniSue einen Stock hingeworfen. 

Ein Stock bedeutet in etwa alle erwähnten Hassdinge auf einmal, die Todesdrohungen von Kettenbriefen außen vor gelassen.

Natürlich habe ich direkt in Betracht gezogen, den Werfer des Stocks als Überbringer der Hassdinge dafür leiden zu lassen. Sowohl physische, als auch psychische Folterungen gingen mir spontan durch den Kopf, mit der Macht meiner Worte würde ich seine unwürdige Onlinepräsenz in einem Sturm aus Blut ertrinken lassen, würde ich ihn vernichten, würde ich dies alles auf meinem Blog zelebrieren und irre lachend um die Reste des Weihnachtsbaumes tanzen…! 

Erwähnte ich bereits, dass ich Inkonsequenz und das Erfüllen von Erwartungen hasse? 

Naja. Folgerichtig sitze ich jetzt hier, fülle eine Art Fragebogen aus, lasse mir komische Dinge einfallen und apportiere das Stöckchen… 

 

Wie roch deine Kindheit 

Ein Geruch von Blut, Schweiß und Tränen, Dreck und Gras (nein, nicht, was ihr denkt, DAS kam erst am Ende der Kindheit auf), von Hela Gewürzketchup, glühenden Kohlen und über Feuer garendem tierischen Essensmaterial, von Malzbier und Sporttaschen, von Latschenkiefer und muffigen Leibchen, von Plastikpylonen und Lederbällen. 

Meine Kindheit roch oft und deutlich nach Fußball, und, auch wenn es andere deutliche Einflüsse gab, so war doch der Fußball für einen großen Teil meiner Zeit die Hauptbetätigung, ob mit Freunden auf Wiesen, auf Garagenhöfen oder auf der heiligen Asche von Königshardt. 

Dinner für Zwei in der Currywurstbude anne Ecke. Wer ist deine berühmte Wunschbegleitperson? Und warum?  

Hm. Das ist eine spannende Frage. Vermutlich würde ich jeden Tag eine andere Person nennen, es gibt so viele Menschen, mit denen ich gern mal ein paar Worte wechseln würde… erwähnte ich bereits, dass ich Fragebögen hasse? Dass ich mich schlecht entscheiden kann, bis hin zu apathischer Prokrastination, die für mich entscheidet? 

Heute entscheide ich mich für…den Dalai Lama. Ich habe mit Religion nichts am Kopf in dem Sinne, dass ich glauben würde, aber, wenn ich mich entscheiden müsste und der Diskordianismus nicht anerkannt würde, würde ich mich am ehesten in Richtung Buddhismus orientieren. Auch finde ich die Person Dalai Lama sehr spannend. Ein belesener, sehr intelligenter Mann! Und vor Allem lacht er andauernd. Ich wette, mit dem kann man viel lachen und dabei noch mehr lernen. Ich Streber! 

 

Die Koffer sind gepackt. Morgen geht`s los. 4 Wochen Urlaub. Ganz alleine. Wo geht`s hin?  

Ich will euch ja nicht auf die Nerven fallen, aber, erwähnte ich bereits, dass ich teilweise zu leichten bis unglaublichen Entscheidungsschwierigkeiten neige bzw. von ihnen geplagt werde bis hin zur absoluten Entscheidungsunfähigkeit? Jedenfalls ist das so. Es gibt halt viel zu viele Optionen. 

4 Wochen Urlaub. Alleine. Es würde in die Berge Savoyens gehen, auf eine kleine Hütte. 4 Wochen geniale Landschaft, tolles Wetter, Tiefschnee, Wandern, ganztägige Skitouren, Alpinski, Langlauf, deftige Küche in kleinen Ortschaften, Abende vor dem Kamin mit einem Buch und einer Flasche Wein oder drei. 

Das wäre wohl die Lieblingsvariante, wobei ich mich mitten in depressiverer Novemberstimmung wohl für Backpacking in Neuseeland entscheiden würde… aber gut… Skiurlaub in Savoyen! 

 

Wenn du Sex mit mir haben dürftest – welches Lied würde im Hintergrund laufen?  

Da aus dem reinen „dürfen“ ja kein Sex mit dir entstehen würde, solange ich da noch ein Wörtchen mit zu reden hätte, wäre der Song im Hintergrund dir überlassen, doch, da ich die Stoßrichtung (muhaha) der Frage mal nicht bewusst fehlinterpretieren will, werde ich, nachdem die Bilder aus dem Kopp sind, mal versuchen, eine sinnvolle musikalische Untermalung für dieses fiktive (muhaha) Techtelmechtel zu finden. Fakt ist, es muss etwas episches, etwas epochales, etwas heroisches sein, um der Szenerie auch nur halbwegs gerecht zu werden. Es sollte sowohl die überbordende Männlichkeit der Situation betonen, als auch die tieferen Bedeutungsebenen nachzeichnen. Da ich gerade keine Zeit habe, selber die passende Untermalung zu komponieren und einzuspielen, werde ich auf bereits bestehende, natürlich unperfekte, Musik zurückgreifen müssen. 

Die passende Hintergrundmusik für dieses, und da gehe ich sicher nicht zu weit, einzigartige Ereignis in unseren Leben, wie auch für unsere gesamte Generation, das Machwerk, welches auf ewig mit dieser Situation verbunden sein wird, das Werk, von dem noch in vielen Generationen, ja, selbst in fremden Zivilisationen, stets gesprochen werden wird, als das Werk , welches dieses Zusammentreffen untermalte, ist… ok… erst noch kurz eins, das es nicht ist, da es zu ausgelutscht (muhaha) ist, „Also sprach Zarathustra“, die Dynamik und Macht des folgenden Stückes hat das Rennen gemacht: 

Ensiferum – Into Battle (hier nett unterlegt mit anderen Bildern, damit ihr die Epochalität des Ereignisses an etwas messen könnt, was immerhin halbwegs an dessen Bedeutung herankommt, ohne stets nur noch @ColliniSue und mich bei Aktivitäten vor Augen zu haben: http://www.youtube.com/watch?v=WKYhi6Om5wg 

 

Welches Tier warst du in einem früheren Leben und woran machst du das fest?  

Ich denke, ein Schnabeltier könnte es gewesen sein. Merkwürdig, nicht leicht zu katalogisieren, von allen anderen irgendwie verschieden, spleenig, nicht schön, aber eigen. Eigenheiten verschiedener Gruppen sind integriert bzw. adaptiert, ohne, dass sich eine Gruppenzugehörigkeit ergeben würde. Situativ in Maßen auch mal giftig. Jo. Ich finde, dass das halbwegs passt. 

Welcher Film spiegelt dein Leben am Besten wieder?  

Ich glaube, es gibt nicht DEN passenden Film, es würde vermutlich eine Tragikomödie mit einem spleenigen Hauptcharakter werden, einige Szenen von „Being John Malkovich inspiriert, einige von Fear n Loathing, andere wiederum von Idiocracy, Alles Routine oder God bless America. Gedreht leider von Uwe Boll und als Titel „Der Potentialverschwender“. Sowas in der Art^^

Deine Blogempfehlung?  

Da ich in viele Richtungen interessiert bin und es einfach sauviele sehr gute Blogs zu verschiedensten Themen gibt, muss ich in diesem Fall wohl oder übel passen. Betrachtet das als meine kleine Auflehnung gegen das verhasste System… also gegen dieses Stockdings hier. 

Auf GAR KEINEN FALL empfehle ich den Blog desjenigen, dem ich das hier zu verdanken habe. Die Geschichten von ihm und seinem Sohn, von Fußball, von einem besonderen Projekt, von kleinen Katastrophen und lustigen Fahrten, die abwechslungsreich und wortgewandt beschriebenen Situationen, würde ich niemals weiterempfehlen, ich rate dringend davon ab, http://www.wochenendrebell.de zu besuchen! 

 

Was war in dem Koffer bei Pulp Fiction?  

Was wurde nicht alles gemunkelt und gemutmaßt, gefachsimpelt und gesponnen. Tatsächlich ist die Frage nicht absolut zu beantworten, sondern nur individuell. Der Koffer ist dem Spiegel Nerhegeb aus Harry Potter sehr ähnlich (der sogar, auch, wenn Rowling das sicher nicht zugeben wird) auf dieser Idee von Tarantino beruht. Er enthält das, was der Zuschauer möchte, dass er es enthält. In diesem speziellen Fall, jetzt gerade und für mich, enthält er zum Beispiel eine Bibliothek samt Ohrensesseln, Täfelung, so ner coolen Leiter, mit der man rumrollen kann, Kamin und weiteren Schnickschnack. 

Ordne Twitterern deiner Timeline Prominente zu und begründe in einem Satz:  

Karl-Heinz Rummenigge

Der Kalle Rummenigge meiner TL ist Erika Steinbach. Also, natürlich nicht der Kalle in der Blüte seiner Fußballzeit, nein, der Kalle, der sich gern mal reden hört, der seinen Vorteil vieles andere unterordnet, der Kalle, dessen Ansichten ich selten teile, der Funktionär. Wie der Kalle für seine Bayern und gegen alles, was ihm nicht passt, kämpft die Steinbach für ihre Vertriebenen und gegen moderne Denke. Zusätzlich haben beide den bayerischen Verdienstorden. 

Helene Fischer

Um Helene Fischer jemandem zuteilen zu können, reicht mein Wissen über Sie nicht aus. Ich ordne sie der wilden Fußballbande meiner TL komplett zu, die aus mir unerfindlichen und höchstwahrscheinlich mit Halluzinogenen zusammenhängenden Gründen, diesen Namen immer wieder erwähnen. Stellvertretend soll es der Sparschäler sein, der diese Zuordnung sicher in seiner gewohnt überschwänglichen Art freudig aufnehmen wird. 

Lemmy Kilmister

Den Lemmy ordne ich weder jemand besonders hässlichem zu, noch wird er zugeordnet wegen der guten Mucke, der Lemmy meiner TL wird der werte Herr braconnage, häufiger, als bei ihm, lese ich nirgends über alkoholische Getränke, nicht mal bei mir. 

Nach was schmeckt deine Zukunft in 2014?  

Das ist so eine Sache. Zuerst wird sie ziemlich bierlastig sein, vermutlich werden auch Spirituosen und Kräuterzigaretten ihren erst guten, morgens dann geschmacklich schlechten Part spielen. Längerfristige Prognosen sind. wie gute Vorsätze, bei mir nicht zu haben.

The End 

An sich verlangt jetzt das Protokoll vermutlich, dass ich mir ein paar Fragen ausdenke und diese dann anderen Leuten als Stöckchen zuwerfe, aber: Nicht mit mir! Dieses bisschen Auflehnung gönne ich mir zum Abschluss! Auf das diese Stockwerferei niemals das Jahr 2014 erreichen wird! Euch Allen einen guten Start ins neue Jahr und eventuell prokrastiniere ich dann sogar weniger und stelle öfter mal meinen Quatsch an diese Stelle des Netzes. 

Wetten, dass Jim Knopf nicht für Blackfacing taugt…

Blackfacing, Jim Knopf und die Wellen der Empörung

Tl;dr Jim ist positiv, damit ist Blackfacing als Begrifflichkeit verfehlt. Es wird zu oft „Wolf!“ geschrien, die Farbe von Jim wird so überhaupt erst zum Thema. Die Art des Aufrufs kann und sollte man thematisieren, die Art des Aufruhrs kann und sollte man thematisieren, die Verkleidung an sich halte ich für unproblematisch.

Eins vorneweg: ich habe „Wetten, dass…“ am Samstag nicht gesehen, aber dem Trubel konnte man ja kaum entgehen, als Mensch, der regelmäßig online unterwegs ist.

Blackfacing! Schallt es auf allen Kanälen. Rassismus wird dem ZDF vorgeworfen und jeder, der nicht mit einstimmt, macht sich natürlich ebenfalls mindestens verdächtig, Rassist zu sein oder Rassismus wenigstens zu tolerieren.

Meiner Meinung nach läuft da – wenn auch bei den meisten Leuten wohl aus guten Vorsätzen entstanden – etwas schief, zumindest könnte das Thema etwas reflektierter, rationaler betrachtet werden.

„Blackface ist eine rassistisch geprägte Theater- und Unterhaltungsmaskerade, die in den Minstrel Shows des 19. Jahrhunderts in den Vereinigten Staaten entstand. Dabei malten sich weiße Künstler das Gesicht schwarz und spielten den „naiven, trunkenen, schwachsinnigen und immer fröhlichen Neger“, so wie vor allem nordamerikanische Weiße sich Schwarze vorstellten.“

Bei Blackfacing geht es also um negative Rassenstereotypen, zugeschrieben von Angehörigen der „besseren“ Rasse, bewusst übertrieben, bewusst negativ, bewusst abwertend.

Ich denke, es ist klarer Konsens, dass eine solche „Unterhaltung“ heutzutage nicht tolerierbar und absolut nicht mit modernen Werten vereinbar ist.

Bei „Wetten, dass…“ wurde jetzt in Augsburg, der Heimat der Puppenkiste, dazu aufgerufen, als Jim Knopf oder Lukas der Lokomotivführer verkleidet, die Stadtwette zu bestreiten. Soweit, so unverfänglich, sollte man meinen, sind es doch zwei der bekanntesten Gesichter und bei Klein und Groß beliebt.

Die Art des Aufrufs war, wie ich mehreren Quellen entnehmen konnte, sagen wir mal, eher nicht so gelungen bis scheisse (Tipps zum Schwärzen des Gesichts, Formulierung klar so, dass nur von weißen Teilnehmern ausgegangen wird, ergo schwarze Menschen aus der Norm fallen…). Auch stieß vielen Leuten auf, dass Jim auf seine Hautfarbe reduziert, während Lukas über den Job definiert wurde.

Aber rechtfertigt das die Welle und Art der Empörung? Meiner Meinung nach nein. Ich gehe sogar weiter: Die Empörung, die sich in social-media-Zeiten ja gerne schnell und laut erhebt, um dann ohne nachhaltige positive Folgen wieder abzuflauen, schadet mehr, als sie nutzt.

Der Reihe nach.

Lukas, der Lokomotivführer. Natürlich definiert sich diese Person über den Job, gar keine Frage. Und vermutlich haben die meisten Menschen einen Lokführer mit passender Mütze, Latzhose und Pfeife im Kopf, wenn sie an ihn denken.

Jim Knopf. Ich persönlich denke direkt an einen weiteren Sympathieträger, denke an rote Oberbekleidung, Latzhose und habe ihn auch direkt schwarz vor Augen. Einfach deshalb, weil er es in der Geschichte nun mal ist. Wobei diese Farbe mir als Kind schon vollkommen schnuppe war, wäre er grün gewesen, wäre er halt grün gewesen. Vollkommen unverkrampfte Kindersicht.

Das mit dem Sympathieträger ist meiner Meinung nach auch das Entscheidende. Es wird niemand mit billigen Stereotypen schlecht dargestellt, es werden keine übertriebenen Lippen verlangt, er ist kein versoffener, dummer Typ, er ist der smarte, witzige, sympathische und beliebte Junge. Jim ist ein Vorbild, Jim ist cool!

Selbst heute noch erhalten viele schwarze Schauspieler oft nur Klischeerollen, schaut mal, was für Rollen schwarze Menschen in Serien und Filmen bei uns so übernehmen. Und dann vergleicht das mit Jim.

Jim ist cool und kommt ohne Klischeevorstellungen von weißen über schwarze Menschen aus (oder meine Erinnerung trügt mich).

Für mich war in meiner Kindheit übrigens die Hautfarbe von Jim vollkommen egal. Erst heute wird seine Hautfarbe überhaupt zum Thema gemacht, ironischerweise von denjenigen, die klar dafür eintreten, dass Hautfarben eben keine Bedeutung haben (sollen).

Zusätzlich wird imo durch das hier falsche Verwenden des Begriffs Blackfacing, eben dieser Begriff verwässert. Leute lesen ihn zum ersten Mal, verbinden ihn dann mit Jim Knopf, denken sich, halb so wild und, wenn sie den Begriff das nächste Mal (dann vielleicht korrekt benutzt, um wirkliches Blackfacing anzuprangern) lesen/hören, winken sie innerlich ab.

Es wird heute zu oft „Wolf!“ gerufen. Das mag am Tempo und den Eigenheiten sozialer Netzwerke liegen, es mag daran liegen, dass Menschen, wenn sie für eine „gerechte Sache“ kämpfen, manchmal vergessen, die Scheuklappen abzulegen, bei einigen mag es auch an einem Geltungsbedürfnis liegen. Was auch immer es verursacht, die Folgen sind dieselben, wie in der Geschichte mit dem Hirtenjungen und dem Wolf.

Viele Fehlalarme sorgen dafür, dass später ein richtiger Alarm nicht mehr wahrgenommen wird.

Das gleiche Prinzip findet sich auch beim Thema Sexismus, wo gerade diejenigen, die ihn bekämpfen wollen, Geschlechter in vielen Belangen überhaupt zum Thema machen und auch dort werden Nicht-Hardliner durch Blocken oder Diffamieren aus der eigenen Ja-Sager-Bubble herausgehalten. Ein Diskurs, eine Debatte, die inhaltlich voranbringen und überzeugen möchte, kann da meist nicht aufkommen. Vor allem in den Themenfeldern Rassismus und Sexismus finden sich viele Leute, die Gutes wollen und sicher der Meinung sind, Gutes zu tun, aber durch ständiges Hochstilisieren von „Kleinigkeiten“ (gepaart leider oft mit fehlender Kritikfähigkeit und jeglichem Willen zu Diskussion oder Verlassen der eigenen Bubble) und lautes Schreien werden die Menschen immunisiert.

Ich halte diese Entwicklung für schädlich für Dinge, die mir und vielen anderen, wie gesagt, häufig deckungsgleich mit Beteiligten an den Empörungswellen, wichtig sind. (Zur Streitkultur und deren Problematik habe ich ja hier bereits mal was verbloggt)

Wie hätte alles laufen können?

Man hätte dem ZDF in vernünftigem Ton schreiben können, dass die ART des Aufrufs nicht gerade von Feingefühl zeugte, ja sogar rassistisch wirkt und Menschen sich dadurch persönlich angegriffen oder ausgegrenzt fühlen, das ZDF hätte sich das annehmen können und sich öffentlich entschuldigt.

Viele Leute hätten sich als Jim verkleidet, weil er ein Sympathieträger ist. Andere hätten sich evtl. auch mit dem Begriff Blackfacing beschäftigt, aber dieses Mal nicht kopfschüttelnd, weil sie Jim halt auch als Gegenteil dessen sehen, was bei Blackfacing dargestellt wird, sondern in der Art, dass sie in Zukunft sensibilisiert wären. Vielleicht hätte man ja auch schwarze Menschen mit weiß bemaltem Gesicht als Lukas gefunden und das Ganze wäre humorvoll und menschenverbindend und auch noch bildend zu Ende gegangen.

Aber das wäre ja nicht nach dem Geschmack einiger der Leute, die die Empörungswellen leiten und reiten und denen ohne das moralisch Überlegenfühlen, dies kundtun und sich dafür huldigen lassen, wohl etwas fehlen würde (es gibt natürlich auch andere Menschen, die hier kritisieren, auf die das nicht zutrifft).

So werden selbst Menschen, die sich immer wieder gegen Rassismus positionieren, angegangen, wird gespalten, statt zusammenzuhalten, wird Farbe überhaupt erst zum Thema, werden viele Leute sich wieder einmal genervt abwenden, wie es auch bei Zigeunerschnitzel, Neger, der Genderdiskussionen der Fall ist.

Man erreicht also, dass man weniger erreicht… außer mehr Empörung